Zu einer poststrukturalistischen Musikwissenschaft. Lese- und Analysekreis des Arbeitskreis kritischer Musikwissenschaftler*innen (SoSe ’19)

AUTONOMES TUTORIUM DES AK — BEGINN AM 26.04., 18 UHR:

Zu einer poststrukturalistischen Musikwissenschaft
Lese- und Analysekreis des Arbeitskreis kritischer Musikwissenschaftler*innen

Viele Konzepte der philosophischen Postmoderne haben, insbesondere durch entsprechende Ansätze in den Theaterwissenschaften und den sound studies, Einzug in den musikwissenschaftlichen Diskurs erhalten. Wir möchten eine Auswahl der in dieser Tradition stehenden Texte eingehender lesen und uns so den Theorien der Postmoderne unter verschiedenen Gesichtspunkten nähern: Zuerst wollen wir uns mit dem Verhältnis einer Kritik am Phonozentrismus, wie Derrida sie in der Grammatologie vornimmt, und einer Wissenschaft, die sich heute primär mit der klanglichen Seite von Musik auseinandersetzt, beschäftigen. In einem zweiten Schritt wollen wir uns diesem, auf den ersten Blick antagonistisch erscheinenden Verhältnis anhand von Jean-Luc Nancys Zum Gehör weiter nähern.
Was dies für die musikwissenschaftliche Praxis bedeutet, soll daraufhin anhand von musikanalytischen Arbeiten, insbesondere aus dem Bereich der New Musicology, untersucht werden. Zu diesem Zweck werden wir folgende Autor*innen lesen (die genauen Texte und Abschnitte werden noch bekannt gegeben): Susan McClary, Charles Rosen, Joseph Kerman.
In diesem Zusammenhang möchten wir außerdem die musikalischen Analysen direkt an den behandelten Stücken nachvollziehen beziehungsweise ausgewählte Werke eigenständig analysieren.

Ort: Fachschaftsraum Musikwissenschaft (Campus Bockenheim, Juridicum, vierter Stock, R. 401)
Erstes Treffen: Freitag, 26.04., 18:00

Analysekreis zu Werken des Serialismus (WiSe 18/19)

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Musik erschöpft sich nicht im Gehört-Werden; dies gilt umso mehr in Hinblick auf Werke, die der Strömung des Serialismus zugeordnet werden können. Die Erfindung der Zwölftonmusik eröffnete neue Möglichkeiten des Komponierens, die aber zugleich problematisch waren: Zum einen gab die Reihentechnik ein ausdehnbares System, Musik zu schreiben, an die Hand, das sich auf alle Elemente der Musik anwenden ließ; zum anderen stellte sich das Problem, dass die Technik die Vorherrschaft über das Komponieren gewinnen könnte. Dieses Problem lässt sich nur anhand der Werke selber erörtern; deshalb wollen wir in diesem Analysekreis betrachten, was das Künstlerische ist an Werken, die von solchen Techniken organisiert und kontrolliert sind.

Ort: Fachschaftsraum Musikwissenschaft (Juridicum, 4. OG)
Zeit: Donnerstag, 18 Uhr c.t.; erster Termin am 1.11., dann wöchentlich
Kontakt: Juliette (jc.gruner@posteo.de)

Buchrelease 17.10.: „Don’t think positive. Zur Kritik des Positivismus in der Musikwissenschaft“

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Am 17.10. erscheint der vom AK kritischer Musikwissenschaftler*innen Frankfurt herausgegebene Sammelband „Don’t think positive. Zur Kritik des Positivismus in der Musikwissenschaft“ im Wolke Verlag Hofheim; 144 Seiten für günstige 19€. Also kauft, kauft, kauft! Weitere Informationen siehe unten.

Deshalb feiern wir auch eine kleine, feine Release-Party in der Biertonne (Mainzer Landstraße 103, in Frankfurt am Main) ab 21h. Ihr seid herzlich eingeladen!

Der vorliegende Band „Don’t think positive“ setzt sich aus verschiedenen Perspektiven mit positivistischen Strömungen in der Musikwissenschaft auseinander und liefert so einen Beitrag zur Methodendiskussion in der Musikwissenschaft. Die Beschränkung der Forschung darauf, festzustellen und festzuhalten, was der Fall sei – ob beispielsweise in Ansätzen der empirischen Ästhetik oder der musikwissenschaftlichen Quellenphilologie –, läuft einerseits Gefahr, die Bedeutung und Deutungsbedürftigkeit der musikalischen Kunstwerke zu vernachlässigen. Musikwissenschaft droht so, unästhetisch zu werden und bisweilen Denken im emphatischen Sinn zu verfehlen. Andererseits dient die kritiklose Erfassung dessen, was der Fall sei, – etwa in Form einer vermeintlich natürlich gegebenen Physiologie der menschlichen Musikwahrnehmung und ‑bewertung – der Festschreibung des gesellschaftlichen status quo und ist somit ideologisch. Dieser Band versammelt unterschiedliche Beiträge aus Musikwissenschaft, Philosophie und Soziologie, die sich einer Kritik des Positivismus widmen oder mögliche Gegenmodelle offerieren. Die Beiträge beruhen dabei auf einer Vortragsreihe, die der Arbeitskreis kritischer Musikwissenschaftler*innen Frankfurt am Main 2017–18 veranstaltete.

https://www.wolke-verlag.de/musikbuecher/arbeitskreis-kritischer-musikwissenschaftlerinnen-frankfurt-am-main-dont-think-positive/

Große Frühlingsaktion am 27.4.

Der Arbeitskreis kritischer Musikwissenschaftler*innen lädt zum Treffen am 27.4. mit anschließendem Bar-Abend. Wir treffen uns um 19h in der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Instituts (Senckenberganlage 31-33, Erdgeschoss), um zu besprechen, was wir an neuen Veranstaltungen, Aktion und Festen so planen. Alle Interessierten sind herzlich Willkommen! Ihr könnt auch einfach vorbeikommen, wenn Ihr wissen wollt, was der AK so macht und wer wir so sind.

Anschließend (so ab 20:30h) gehen wir im „Tannenbaum“ (Homburger Str./Ecke Jordanstr.) zum gemütlichen Teil des Abends über. Wenn Ihr nur dafür kommen wollt und an Planungen kein Interesse habt, ist das natürlich auch in Ordnung.

Und wenn Euch das noch nicht genug AK ist, dann könnt Ihr auch schon vorher am Freitag (12–18h) unseren Stand auf dem Marktplatz der kritischen Initiativen auf dem IG-Farben-Campus (Westend) besuchen.

Wir freuen uns über Euer Kommen!

Vortragsreihe „DON’T THINK POSITIVE 2 – Jenseits des Positivismus in der Musikwissenschaft“ (WiSe ’17/’18)

Plakat

„Schwer könnte die Wissenschaft etwas Kunstfremderes sich ausdenken als jene Experimente, in denen man ästhetische Wirkung und ästhetisches Erlebnis am Pulsschlag zu messen sich einbildete.“ (Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie)

Die Vortragsreihe „DON’T THINK POSITIVE 2 – Jenseits des Positivismus in der Musikwissenschaft“ setzt die im vorigen Semester in der Vortragsreihe „DON’T THINK POSITIVE – Zur Kritik des Positivismus in der Musikwissenschaft“ entwickelte Kritik an zeitgenössischen, positivistische Strömungen in der Musikwissenschaft fort. Einerseits laufen naturwissenschaftliche, psychologische, soziologische oder historische Ansätze Gefahr, die Autonomie der Kunst zu missachten und so unästhetisch, positivistisch zu werden; andererseits ignorieren Ansätze des „L’art pour l’art“ die gesellschaftliche Bedingtheit und Relevanz der Musik.

In der Fortsetzung der Vortragsreihe geht es weiterhin um die Kritik an positivistischen Strömungen in der Musikwissenschaft und darüber hinaus darum, im Sinne der Kritischen Theorie, Modelle nicht-positivistischer Musikwissenschaft vorzustellen und zu diskutieren. Dazu werden sowohl Fragen der Musikästhetik als auch der Musiksoziologie verhandelt.

Da wir ähnliche positivistische Entwicklung auch in den benachbarten Geistes- und Sozialwissenschaften beobachten, hoffen wir, durch unsere Auseinandersetzung zu Erkenntnissen zu gelangen, die auch auf andere Fächer ausstrahlen.

Termine:

Alle Vorträge finden statt im Fachschaftscafé der Kunstpädagogik, Raum 306, Sophienstraße 1-3 (alte Keksfabrik hinter der Universitätsbiliothek).

14.12., 19 Uhr – Elisabeth Treydte:
„Popsternchen“ und „Tonschöpfer“
Zur geschlechtsspezifischen Praxeologie in der Musik der Gegenwart

21.12, 16 Uhr (!) – Ferdinand Zehentreiter:
Wissenschaft als Bluff
Warum die ‘empirische Ästhetik‘ keine empirische Fundierung der Ästhetik liefern kann

11.1., 19 Uhr – Gabriele Geml:
„In Widerspruch zu allem an Musik Gewohnten sind seine Symphonien nicht einfach positiv da“
Zu Adornos Mahler-Interpretation

18.1., 19 Uhr – Nikolaus Urbanek:
Herausforderungen der Musikästhetik

Fällt aus!
31.1., 19 Uhr – Elvira Seiwert:
Wie sich die Bilder gleichen – „in diesem Tal der Tränen“
Oder: über die Notwendigkeit, das Bild der Komposition dialektisch zu reproduzieren

7.2., 19 Uhr – Gerhard Scheit:
Eigenlogik musikalischer Werke und Transzendenz im Ausdruckslosen
Über Adornos Philosophie der neuen Musik

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